Olivenöl: Was die Etikette nicht verrät

Ob ein Olivenöl die Bezeichnung «Natives Olivenöl Extra» zu Recht trägt, lässt sich nicht allein anhand der Etikette beurteilen. Die Untersuchungen zeigen, dass drei der vier untersuchten Proben den gesetzlichen Anforderungen nicht entsprachen.

Olivenöl zählt zu den wertvollsten Speiseölen und unterliegt je nach Qualitätsklasse strengen gesetzlichen Anforderungen. Gleichzeitig führen Ernteausfälle, steigende Marktpreise und wiederkehrende Berichte über Qualitätsmängel oder Verfälschungen dazu, dass die Überprüfung von Olivenöl zunehmend an Bedeutung gewinnt. Im Rahmen einer Kampagne liess das Amt für Verbraucherschutz und Veterinärwesen (AVSV) deshalb vier als «Natives Olivenöl extra» deklarierte Olivenöle sensorisch sowie auf chemische Qualitätsparameter und die Einhaltung der Kennzeichnungsvorschriften untersuchen.

Ergebnisse der Kampagne 2026

Die Untersuchungen zeigten, dass drei der vier überprüften Olivenöle den gesetzlichen Anforderungen nicht entsprachen. Zwei als «Natives Olivenöl extra» bezeichnete Proben mussten in die tiefere Güteklasse «Natives Olivenöl» eingestuft werden. Ausschlaggebend waren in einem Fall ein sensorisch festgestellter Fehler und im anderen Fall ein analytisch bestimmter Qualitätsparameter, der ausserhalb der Anforderungen der deklarierten Güteklasse lag. Bei der dritten Probe entsprach die Kennzeichnung nicht den gesetzlichen Anforderungen, da ein analytisch bestimmter Wert nicht mit dem auf der Etikette deklarierten Wert übereinstimmte.

Vergleich mit den Vorjahren

Der Vergleich mit den beiden Vorjahren zeigt, dass die Beanstandungsquote mit jeweils 75 % unverändert hoch blieb. Die Gründe für die Beanstandung unterscheiden sich jedoch deutlich. In den Jahren 2024 und 2025 musste jeweils nur eine Probe aufgrund von Qualitätsmängeln in eine tiefere Güteklasse eingestuft werden und die übrigen Beanstandungen betrafen hauptsächlich die Kennzeichnung. Im Jahr 2026 wurden dagegen zwei Proben wegen Qualitätsmängeln in eine tiefere Güteklasse eingestuft werden. Damit rückte die tatsächliche Produktqualität gegenüber den Vorjahren stärker in den Vordergrund.

Spalte 1Spalte 2Spalte 3Spalte 4Spalte 5
Jahr Untersuchte
Proben
Beanstandete
Proben
Abstufung der
Güteklasse*
Kennzeichnungs-
beanstandung
2024 4 3 von 4 (75%) 1 2
2025 4 3 von 4 (75%) 1 2
2026 4 3 von 4 (75%) 2 1
*Abstufung von der Güteklasse "Natives Olivenöl extra" zu "Natives Olivenöl" aufgrund sensorischer oder chemischer Qualitätsmängel.

Fazit

Die Ergebnisse der Kampagne zeigen, dass sich die Qualität eines Olivenöls nicht allein anhand der Etikette beurteilen lässt. Erst das Zusammenspiel von sensorischer Prüfung, chemischen Qualitätsparametern und der Überprüfung der Kennzeichnung ermöglicht eine umfassende Beurteilung der gesetzlichen Anforderungen. Regelmässige amtliche Kontrollen tragen dazu bei, Qualitätsmängel aufzudecken und den Täuschungsschutz der Konsumentinnen und Konsumenten zu gewährleisten.