PFAS in Eiern
Im Frühsommer wurden Eier von 21 eierproduzierenden Betrieben im Kanton St.Gallen auf PFAS untersucht. Hintergrund sind die seit Anfang 2024 geltenden gesetzlichen Höchstwerte für PFAS in Lebensmitteln wie Eier, Fleisch und Fisch.
Proben über dem gesetzlichen PFOS-Höchstwert (23%)
Die Auswahl der zu beprobenden Betriebe erfolgte nach einem risikobasierten Ansatz. Einerseits wurden Produzenten im bekannten mit PFOS-belasteten Risikogebiet berücksichtigt, wobei der Schwerpunkt auf Freiland- und Biohaltungen lag. Da sich diese Hühner einen grossen Teil des Tages im Freien aufhalten, ist von einer höheren Exposition gegenüber PFOS-belasteten Böden und damit von einem erhöhten Kontaminationsrisiko der Eier auszugehen.
Andererseits wurden gezielt auch Grossproduzenten mit Bodenhaltung in die Untersuchung einbezogen. Diese Betriebe versorgen aufgrund ihrer hohen Produktionsmengen einen grossen Teil der Bevölkerung mit Eiern. Dadurch konnte sichergestellt werden, dass neben dem risikobasierten Ansatz auch die Relevanz für den Verbraucherschutz und die potenzielle Exposition einer grossen Zahl von Konsumentinnen und Konsumenten berücksichtigt wurde.
Resultate
Das Untersuchungsspektrum umfasste 20 PFAS-Substanzen. Bei den fünf beanstandeten Proben führte jeweils der Gehalt an PFOS zur Beanstandung. Der gesetzliche Höchstwert für PFOS in Eiern liegt bei 1.0 µg/kg. Vier der beanstandeten Proben lagen im Bereich von 1.5 – 2.3 µg/kg, in einer Probe wurden rund 15 µg/kg PFOS bestimmt. Alle Proben mit Höchstgehaltüberschreitungen stammen von Betrieben mit Freilandhaltung aus dem Risikogebiet.
Gegenüber den betroffenen Betrieben wurde ein Verkaufsverbot ausgesprochen sowie ein Produkterückruf verfügt. Die Eier dürfen erst wieder in Verkehr gebracht werden, nach der Umsetzung von wirksamen Massnahmen zur Reduktion oder Beseitigung der PFAS-Kontamination. Wird die PFOS-Aufnahme reduziert oder unterbunden, nimmt auch die Belastung der Eier innerhalb weniger Tage deutlich ab. Die Einhaltung der gesetzlichen Höchstwerte muss von den Produzenten mittels einer erneuten Untersuchung belegt werden.
Wie gelangt PFOS ins Hühnerei?
PFOS gelangt bei Legehennen hauptsächlich über kontaminierten Boden in die Eier. Insbesondere Hühner in Freiland- und Biohaltung können ihr natürliches Pick- und Scharrverhalten ausleben und nehmen dabei neben Pflanzen und Insekten auch Bodenpartikel auf. Dadurch sind sie einer höheren PFOS-Belastung ausgesetzt als Hühner in Bodenhaltung, die keinen Kontakt zum natürlichen Boden haben. Als weitere mögliche Eintragsquelle kommt kontaminiertes betriebseigenes Quellwasser oder kontaminiertes Futtermittel in Betracht.
Aufgenommenes PFOS wird von Legehennen sehr effizient in die Eier übertragen. Studien zeigen, dass nahezu die gesamte aufgenommene PFOS-Menge in das Ei übergeht. Dabei reichert sich PFOS vor allem im Eigelb an, während im Eiklar deutlich geringere Konzentrationen vorkommen. Wird die PFOS-Aufnahme reduziert oder unterbunden, nimmt auch die Belastung der Eier innerhalb weniger Tage wieder deutlich ab.
Was sind PFAS?
Per- und polyfluorierte Alkylverbindungen (PFAS) sind schwer abbaubare, seit Jahrzehnten industriell eingesetzte Chemikalien. Aufgrund ihrer wasser-, fett- und schmutzabweisenden Eigenschaften, kommen sie in vielen Alltagsprodukten wie Outdoor-Kleidung, Pfannenbeschichtungen oder Verpackungen vor.
Da sie weltweit in die Umwelt gelangen, reichern sie sich in der Nahrungskette und im Menschen an, was langfristig ein Risiko für die Gesundheit darstellt. Mit den eingeführten Höchstwerten verfolgt der Gesetzgeber das Ziel, die Belastung der Schweizer Bevölkerung so gering wie möglich zu halten und ein hohes Schutzniveau zu garantieren.
