Jahresbericht des AVSV 2025

Herausforderungen begegnen – gemeinsam Verantwortung tragen

Das Jahr 2025 war für das gesamte Amt in vielerlei Hinsicht fordernd. Die Themen waren vielfältig – von PFAS in Lebensmitteln über verschiedene Tierseuchen bis hin zur medialen Kommunikation unter rechtlichen Einschränkungen. Umso mehr hat sich gezeigt: Nur gemeinsam lässt sich auch das Komplexe bewältigen.

Die Thematik der PFAS-Rückstände in Lebensmitteln war weiterhin herausfordernd. Der Umgang mit solchen langlebigen Schadstoffen erfordert nicht nur eine saubere Analytik, sondern auch eine enge Zusammenarbeit. Gemeinsam mit dem Amt für Umwelt (AFU) und dem Landwirtschaftsamt (LWA) konnten wir die notwendigen Massnahmen koordinieren. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit im AVSV und im Kanton hat sich dabei als grosser Mehrwert erwiesen.

Das Tierseuchengeschehen im Jahr 2025 erwies sich als aussergewöhnlich dynamisch und anspruchsvoll. Der Ausbruch der Vogelgrippe in einer Tierhaltung in Wil erforderte ein rasches und eng abgestimmtes Vorgehen. Parallel dazu prägten die Blauzungenkrankheit und die damit verbundene freiwillige Impfung die Lage in der Schweiz. Im benachbarten Ausland trat zudem Lumpy Skin Disease auf, die Afrikanische Schweinepest rückte weiter an die Landesgrenzen heran, und mit dem Wiederauftreten der Maul- und Klauenseuche in Zentraleuropa verschärfte sich die epidemiologische Situation zusätzlich. Prävention, Überwachung und Information wurden mit hoher Intensität sichergestellt. Die jederzeitige Handlungsfähigkeit beruhte auf dem koordinierten Zusammenwirken aller Beteiligten.

Nicht weniger anspruchsvoll war der Umgang mit der Öffentlichkeit und den Medien. Die Erwartungen an eine offene Kommunikation sind hoch – zu Recht. Gleichzeitig stossen wir insbesondere im Lebensmittelrecht regelmässig an Grenzen, vor allem wegen der strengen Schweigepflicht. In anderen Bereichen prägt vor allem die Datenschutzgesetzgebung die öffentliche Kommunikation. Dass unsere zurückhaltende Kommunikation manchmal als Intransparenz interpretiert wurde, ist nachvollziehbar – jedoch nicht zutreffend. Hier braucht es künftig noch mehr Dialog und gegenseitiges Verständnis.

 

Trotz aller Herausforderungen: Wir blicken mit Stolz auf das Erreichte zurück. Unser Team hat die Themen mit Umsicht und Klarheit gesteuert – getragen von grossartigen Mitarbeitenden, die sich tagtäglich mit viel Fachwissen und Engagement für den Schutz von Mensch und Tier einsetzen.

Allen, die zum Gelingen beigetragen haben, danke ich herzlich. Für 2026 wünschen wir uns weniger Krisen – auch wenn man an diesen immer wächst.

Dr. Jürg Daniel, Amtsleiter und Kantonschemiker
Dr. Jürg Daniel, Amtsleiter und Kantonschemiker