Chemie

Im Berichtsjahr wurden 1884 Lebensmittel- und Gebrauchsgegenstände chemisch analysiert. Insgesamt wurden 10484 Parameter bei allen amtlichen Proben gemessen. Bei den amtlich erhobenen Proben lag die Beanstandungsquote bei 33 Prozent und ist somit vergleichbar mit dem letzten Jahr. Im Jahr 2024 wurden 31 Prozent der amtlichen Proben beanstandet.

Betreffend der Beanstandungsquote von 33 % ist zu berücksichtigen, dass die untersuchten Proben risikobasiert erhoben wurden und daher kein repräsentatives Bild liefern. Die tatsächliche Marktsituation ist besser als die festgestellte Beanstandungsquote vermuten lässt.

Im 2025 wurden mehr Proben untersucht als in den vergangenen Jahren. Im Vergleich zum Vorjahr lag die Zunahme der untersuchten Proben bei 18 %. Insbesondere die Privataufträge sowie die Proben, welche für andere kantonale Laboratorien untersucht wurden, hatten zugenommen. Bei diesen Proben handelte es sich vor allem um tierische Lebensmittel wie Milch und Fleisch, welche auf PFAS untersucht wurden. 

Untersuchte Proben

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  2025 2024 2023 2022 2021
Amtliche Proben (Lebensmittel & Gebrauchsgegenstände) 446 429 540 443 464
Anzahl untersuchte Parameter 10484 7762 8098 9670 10225
Beanstandete Proben 147 145 210 158 162
Trinkwasser 794 766 758 749 765
Badewasser 234 221 246 294 264
Grenzkontrolle 2 25 26  -  -
Zusammenarbeit Kantonale Laboratorien 345 123 151 175 151
Privataufträge 63 35 5 8 10
Total der untersuchten Proben 1884 1599 1726 1669 1654

Im Berichtsjahr wurden zahlreiche Schwerpunktkampagnen durchgeführt, die eine grosse Bandbreite an Produkten abdeckten. Die Themen reichten von Lebensmitteln über Bedarfsgegenstände bis hin zu Kosmetika und anderen Gebrauchsgegenständen.

Lebensmittel unter der Lupe

Zum allerersten Mal standen Lebensmitteln für spezielle Ernährungsbedürfnisse neues Fenster auf dem Prüfstand. Dazu gehörten Produkte für Sportlerinnen und Sportler, Mahlzeitenersatzprodukte sowie Lebensmittel zur gewichtskontrollierenden Ernährung. Mahlzeitenersatzprodukte und Lebensmittel zur gewichtskontrollierenden Ernährung, also sogenannte «Diät-Shakes» waren bisher nicht im Fokus vom AVSV. Die Untersuchungen haben sich jedoch gelohnt. Sie zeigten nämlich, dass nicht nur die Zusammensetzung solcher Produkte komplex ist, sondern auch die Deklaration und Bewerbung häufig zu Beanstandungen führen. Eine Wiederholung der Kampagne ist demnach angezeigt.

Eine weitere Kampagne befasste sich mit Nahrungsergänzungsmitteln neues Fenster. Gerade bei Produkten mit hochdosierten Inhaltsstoffen oder exotischen Pflanzenextrakten zeigte sich eine besonders hohe Beanstandungsquote. In mehreren Fällen wurden Produkte wegen unerlaubter Inhaltsstoffe oder unzulässiger gesundheitsbezogener Angaben beanstandet und der Verkauf dieser Produkte musste untersagt werden.

Ein traditioneller Schwerpunkt lag erneut auf Lebensmitteln aus regionaler Produktion. So wurden Weine neues Fenster mit der Ursprungsbezeichnung AOC sensorisch beurteilt und zusätzlich chemisch untersucht. Besonders interessant war dabei der Blick auf die Kennzeichnung und den Onlinehandel: Nicht immer waren im Internet alle Pflichtangaben vorhanden, und auch die Altersprüfung beim Versand alkoholischer Getränke erwies sich teilweise als ungenügend.

Ebenfalls im Fokus standen Apfelsaft und Apfelwein neues Fenster aus Direktvermarktung. Dabei zeigte sich, dass bei kleinen Hofbetrieben insbesondere die korrekte Deklaration von Sulfiten und anderen Pflichtangaben eine Herausforderung sein kann – ein wichtiger Punkt, da es sich beim Sulfit um ein Allergen handelt und die korrekte Deklaration für empfindliche Personen relevant ist. Auch die Frische von Fisch aus Wildfang neues Fenster wurde überprüft. Die Untersuchungen zeigten, dass Fisch nicht immer so frisch ist, wie er in den Verkaufstheken wirkt. Neben analytischen Frischeparametern wurden auch Kennzeichnung und Lagerbedingungen überprüft.

Weitere Kampagnen widmeten sich möglichen Kontaminanten in Lebensmitteln. Gewürze neues Fenster wurden auf Rückstände wie polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe und Mineralölkohlenwasserstoffe untersucht. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen waren erfreulich.

Ebenfalls wurden pflanzliche Lebensmittel neues Fenster wie Getreide, Trockenfrüchte, Gewürze oder Nüsse wurden im Rahmen einer risikobasierten Kontrolle auf Schimmelpilzgifte untersucht. Diese Stoffe entstehen natürlicherweise durch Schimmelpilze und sind weder sichtbar noch riechbar – weshalb sie nur durch gezielte Laboranalysen entdeckt werden können.

Zusätzlich wurden pflanzliche Lebensmittel aus Schweizer Produktion auf Rückstände von Pflanzenschutzmitteln neues Fenster analysiert. Die Ergebnisse zeigen insgesamt eine gute Situation, machen aber auch deutlich, dass einzelne Überschreitungen weiterhin auftreten können.

Auch Alltagsprodukte im Fokus

Neben Lebensmitteln wurden auch verschiedene Bedarfsgegenstände neues Fenster kontrolliert, die mit Lebensmitteln in Kontakt kommen. Verpackungen aus Papier, Karton oder Bagasse – etwa Pizzakartons, Take-away-Verpackungen oder Getränkebecher – wurden daraufhin untersucht, ob unerwünschte Stoffe wie Mineralölbestandteile oder Chlorpropanole in Lebensmittel übergehen. Gerade beim Einsatz von Recyclingmaterial zeigte sich, dass Hersteller ihre Produktionsprozesse sorgfältig kontrollieren müssen.

Auch Küchenutensilien aus Silikon neues Fenster wie Backformen, Backpinsel oder Eiswürfelformen wurden geprüft. Bei der Erhitzungsprüfung traten teilweise unerwartete Ergebnisse auf, etwa wenn Produkte mehr flüchtige Stoffe abgaben als zulässig oder sich bei Hitze sichtbar veränderten.

Gegenstände mit Lebenmittelkontakt dürfen den Geruch, Geschmack und die Farbe der darin gelagerten Lebensmittel nicht starkt verändern. Nichts ist schlimmer als wenn das Wasser in der Trinkflasche neues Fenster schlecht schmeckt. Dies wurde bei elf Proben überprüft. Eine faltbare Trinkflasche musste beanstandet werdern.

Darüber hinaus standen verschiedene Gebrauchsgegenstände im Fokus der amtlichen Kontrollen. Parfümierte Kosmetika und Produkte mit ätherischen Ölen neues Fenster wurden auf allergene Duftstoffe untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass solche Stoffe häufig enthalten sind, aber nicht immer korrekt deklariert werden – ein Problem insbesondere für Menschen mit empfindlicher Haut oder Duftstoffallergien.

Tätowierfarben und Permanent-Make-up-Produkte neues Fenster wurden auf potenziell gesundheitsschädliche Stoffe wie Schwermetalle oder aromatische Amine untersucht. Die Kampagne zeigte eine auffallend hohe Beanstandungsquote, unter anderem wegen Überschreitungen von Höchstwerten und fehlender Warnhinweise.

Schliesslich wurden auch Spielzeuge aus Weichplastik neues Fenster analysiert. Während verbotene Weichmacher erfreulicherweise kaum mehr nachgewiesen wurden, gab es weiterhin Mängel bei Kennzeichnung und Konformitätsunterlagen.

Überprüfung von Onlineshops

Der Onlinehandel hat in der Schweiz mittlerweile eine bedeutende Rolle eingenommen. Rund 12 % des gesamten Einzelhandelsumsatzes entfallen gemäss dem Jahresbericht 2024 von Handelsverband auf Online- und Versandhandel, Tendenz weiterhin steigend. Im Berichtsjahr wurden deshalb mehrere risikobasierte Kontrollen von Onlineshops neues Fenster durchgeführt, die Lebensmittel und insbesondere Nahrungsergänzungsmittel zum Verkauf anbieten. Ziel der Kontrollen war es zu überprüfen, ob die Produkte dem Schweizerischen Lebensmittelgesetzt entsprechen, sowohl hinsichtlich der Zusammensetzung als auch bezüglich der Deklaration. Insgesamt wurden sechs Onlineshops von Betrieben, die im Kanton St.Gallen ansässig sind, unter die Lupe genommen. Insgesamt musste der Verkauf von 25 Produkten verboten werden. Bei der Mehrheit dieser Produkte handelte es sich um Nahrungersgänzungsmittel. 

Wo Kontrollen besonders wichtig sind

Diese Auswahl der Kampagnen zeigt die thematische Bandbreite der amtlichen Überwachung. Die Kampagnen leisten einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Konsumentinnen und Konsumenten und geben gleichzeitig Hinweise darauf, in welchen Bereichen weiterhin besonderer Kontrollbedarf besteht.

Besonders hoch war die Beanstandungsquote bei Nahrungsergänzungsmitteln (75 %), Tattoo- und Permanent-Make-up-Farben (70 %) sowie parfümierten Kosmetika (71 %). Diese Ergebnisse zeigen, dass gerade in diesen Bereichen Produkte weiterhin risikobasiert engmaschig überwacht werden sollten, um die Sicherheit der Konsumentinnen und Konsumenten zuverlässig zu gewährleisten. Auch die Kontrolle von Onlineshops bleibt weiterhin ein zentraler Bestandteil der amtlichen Tätigkeit.

Einzelne Resultate, Hintergründe und auffällige Befunde sind in den detaillierten Berichten unter folgendem Link zu finden: AVSV Kampagnenberichte | berichte.sg.ch neues Fenster