PFAS im Fokus
Auch im Jahr 2025 hat das Thema PFAS das Amt stark beschäftigt. Insgesamt wurden 150 Proben aus dem Kanton St.Gallen auf PFAS untersucht.
PFAS-Belastung im Kanton St.Gallen und Ziel der Untersuchungen
PFAS (Per- und polyfluorierte Alkylverbindungen) sind extrem langlebige, industriell weit verbreitete Chemikalien, die über Produkte wie wasserabweisende Textilien, Kochgeschirr oder Löschschäume in die Umwelt gelangen. Dort reichern sie sich in Boden, Wasser und Nahrungskette an und können auch im Menschen nachgewiesen werden. Da im Kanton St.Gallen in einigen Gebieten Flächen mit erhöhten Belastungen von PFAS festgestellt wurden, ist es wichtig zu prüfen, ob die in diesem Gebiet produzierten Lebensmittel, die gesetzlich geregelten Höchstwerte einhalten.
Probenuntersuchungen aus dem Risikogebiet
Im Jahr 2025 wurden im Kanton St.Gallen 81 Proben (14 Fleisch, 10 Eier, 57 Milch) aus dem Risikogebiet erhoben und auf PFAS untersucht. Für Fleisch und Eier wurden vom Bund für vier PFAS-Substanzen im 2024 Höchstgehalte festgelegt. Bei einigen der im Risikogebiet erhobenen Proben wurden erhöhte Rückstände von PFAS gemessen, teils überschritten diese Rückstände die geltenden Höchstwerte. Wurden Höchstwertüberschreitungen festgestellt, informierte das AVSV die betroffenen Betriebe und verfüget die notwendigen Massnahmen zum Schutz der Konsumentinnen und Konsumenten. Lebensmittel mit Höchstwertüberschreitungen von PFAS dürfen nicht in Verkehr gebracht werden. Dies liegt in der Verantwortung der Produzenten und ist durch das Ergreifen geeigneter Massnahmen durch diese sicherzustellen.
Das AVSV untersuchte auch weitere Lebensmittel auf PFAS, zum Beispiel Milch und pflanzliche Produkte. Für diese Lebensmittel bestehen derzeit Richtwerte, aber noch keine gesetzlichen Höchstwerte. Bei Überschreitungen der Richtwerte wurden die Betriebe informiert und es wird empfohlen, geeignete Absenkungsmassnahmen umzusetzen.
Nationale Aktivitäten
Die Abteilung Chemie war im Jahr 2025 zusätzlich auch Untersuchungslabor für die nationale Untersuchung von tierischen Lebensmitteln auf PFAS, die der Verband der Kantonschemikerinnen und Kantonschemiker VKCS der Schweiz durchgeführt hat. Im Rahmen dieser Kampagne hat das Labor 101 Fleischproben aus verschiedenen Kantonen analysiert. Die Resultate der schweizweiten Kampagne vom VKCS ist unter folgendem Link abrufbar Publikationen – Verband der Kantonschemiker der Schweiz neues Fenster.
Kantonale Unterstützung betroffener Betriebe
Ebenfalls hat das AVSV im Jahr 2025 Betriebe im bekannt belasteten PFAS-Risikogebiet des Kantons einmalig mit der Untersuchung von privaten Proben von tierischen Lebensmitteln wie Fleisch (5 Proben), Eier (6 Proben) und Milch (15 Proben) unterstützt, um die Wirksamkeit der ergriffenen Massnahmen zur Senkung des PFOS-Gehalts in den Lebensmitteln zu prüfen.
Nebst den tierischen Lebensmitteln wurde im vergangenen Jahr im Risikogebiet des Kantons 23 Stichproben von Gemüse, Obst und Beeren auf PFAS untersucht. Nur in einer Probe wurde PFOS nachgewiesen. Insgesamt deuten die Ergebnisse darauf hin, dass die auf den untersuchten Flächen erzeugten pflanzlichen Lebensmittel keine auffällige PFOS-Belastung im Erntegut aufweisen.
Pflichten der Produzentinnen und Produzenten und Ausblick
Es liegt in der Verantwortung der Betriebe, dass die in Verkehr gebrachten Lebensmittel den gesetzlichen Anforderungen entsprechen (Selbstkontrolle) und ist durch das Ergreifen geeigneter Massnahmen durch diese sicherzustellen. Lebensmittel mit Höchstwertüberschreitungen von PFAS dürfen nicht in Verkehr gebracht werden. Die Lebensmittelkontrolle erhebt risikobasierte Stichproben.
Im kommenden Jahr soll aufgrund der vorliegenden Resultate der Fokus der Untersuchungen verstärkt auf tierischen Lebensmitteln liegen, um potenzielle Belastungen zu erfassen und die Einhaltung der Höchstwerte zu überwachen.
Weitere detaillierte Informationen zu PFAS finden Sie auf der Seite www.sg.ch/PFAS neues Fenster
