Basiszahlen Gesundheit
Im Kanton St.Gallen bestehen aktuell vierzehn Akutspital-Standorte, acht Psychiatrie- und fünf Rehabilitations-Standorte, wobei verschiedene Unternehmen am gleichen Standort mehrere Leistungsbereiche anbieten. Die Bruttokosten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung betragen im Jahr 2025 pro Kopf 4‘370 Franken. Sie liegen damit nach wie vor unter dem schweizweiten Durchschnitt von 4‘968 Franken. Im Jahr 2024 erbrachten 131 Organisationen und selbstständige Pflegefachpersonen Leistungen in der Spitex, 5'894 Personen lebten dauerhaft in einem Alters- und Pflegeheim.
Versorgungsangebot und -nutzung Gesundheitsdienstleistungen
Die Zahl der Spitalaufenthalte der St.Galler Bevölkerung in akutsomatischen Spitälern liegt im Jahr 2024 um 0,5 Prozent höher als im Jahr 2019. Im Vergleich zur Entwicklung der Bevölkerung in diesem Zeitraum (+5,7 Prozent) ist das nur eine geringfügige Steigerung. Die Hospitalisationsrate, also die Zahl der akutsomatischen Spitalaufenthalte bezogen auf die Bevölkerung, ist damit gesunken. Dieser insgesamt rückläufige Trend ist namentlich auf die Bestrebungen der Spitäler zurückzuführen, Patientinnen und Patienten vermehrt ambulant (d.h. ohne Übernachtung im Spital) zu behandeln. Im Jahr 2020 ist ein starker Effekt der COVID-19-Pandemie zu beobachten, als die Zahl der akutsomatischen Spitalaufenthalte aufgrund des temporären Behandlungsverbots kurzfristig einbrach (T1). Die Hospitalisationsrate nimmt mit höherem Alter erheblich zu. Bei den psychiatrischen und rehabilitativen Hospitalisationen ist ein umgekehrter Trend zu sehen. Hier steigt die Zahl der Spitalaufenthalte, sowohl absolut als auch relativ zur Bevölkerung und über alle Altersgruppen hinweg.
Die St.Galler Akutspitäler behandeln immer mehr ausserkantonale Patientinnen und Patienten: Während im Jahr 2019 in der Akutsomatik 23 Prozent einen ausserkantonalen Wohnort aufwiesen, waren es im Jahr 2024 bereits 26 Prozent. Gleiches gilt für die psychiatrischen stationären Betriebe im Kanton, wo im Beobachtungszeitraum der Anteil der ausserkantonalen Patientinnen und Patienten von 14 auf 19 Prozent gestiegen ist. In den rehabilitativen Spitälern liegt der Anteil der Spitalaufenthalte von ausserkantonalen Patientinnen und Patienten nahezu unverändert bei rund 60 Prozent. Die Dichte der niedergelassenen Hausärztinnen und Hausärzte liegt bei 0,92 je 1’000 Einwohnerinnen und Einwohnern, wobei zu berücksichtigen ist, dass die geografische Verteilung innerhalb des Kantons höchst uneinheitlich ist und der Beschäftigungsgrad nicht ausgewiesen wird.
Krankenpflegekosten je versicherte Person
Die Krankenpflegekosten für eine versicherte Person im Kanton St.Gallen übersteigen 2025 den Durchschnitt der Jahre 2015–2025 um 19 Prozent (T2). Am stärksten gestiegen sind die «Übrigen Kostengruppen» (+40 Prozent), die sich aus den Kosten für Physiotherapie (+22 Prozent), Spitex (+50 Prozent) und sonstigen Kosten (+45 Prozent) zusammensetzen. Die Kosten für Medikamente stiegen um fast 21 Prozent und auch im ambulanten Spitalbereich ist ein erheblicher Kostenanstieg aufgrund der Verlagerung von Behandlungen vom stationären in den ambulanten Spitalsektor zu beobachten (+18 Prozent). Dagegen fielen die Kosten der stationären Spitalversorgung im Jahr 2025 nur um 9 Prozent höher aus als im Mittel der Jahre 2015–2025. Im Vergleich zur gesamten Schweiz ist die Gesundheitsversorgung im Kanton St.Gallen nach wie vor kostengünstig.
Pflege und Betreuung zu Hause (Spitex)
Im Jahr 2024 erbrachten 131 Organisationen und selbstständige Pflegefachpersonen Spitex-Dienstleistungen im Kanton St.Gallen (T3). Die Leistungserbringer betreuten 21’125 Klientinnen und Klienten in der Langzeitpflege, fast 19 Prozent mehr als noch 2019. Im Schnitt wurden in der Langzeitpflege 48 Stunden pro Klientin und Klient und Jahr aufgewendet. Die Zahl der Personen, die Unterstützung im Haushalt erhalten, hat seit 2019 um etwa 6 Prozent zugenommen, die dafür aufgewendete Zeit ist jedoch um 18 Prozent zurückgegangen. Während 2019 jährlich 61 Stunden pro Klientin und Klient abgerechnet wurden, waren es 2024 noch 47 Stunden.
Alters- und Pflegeheime
Ende 2024 lebten 5’894 Personen dauerhaft in einem der 105 Alters- und Pflegeheime des Kantons St.Gallen. Gut zwei Drittel der Klientinnen und Klienten sind Frauen. Im Schnitt sind die Personen bei Eintritt in ein Heim knapp 82 Jahre alt. Im Jahr 2019 betrug die durchschnittliche Aufenthaltsdauer in einem Heim 3,6 Jahre und sank seither auf 3,1 Jahre. Beim Eintritt in ein Pflegeheim werden die Klientinnen und Klienten in eine der zwölf Pflegestufen eingeteilt. Je höher die Pflegestufe, desto höher ist der Zeitaufwand für die tägliche Pflege. Im Mittel sind die Klientinnen und Klienten in St.Galler Alters- und Pflegeheimen in der Pflegestufe 5 eingeteilt, das entspricht einem Pflegebedarf von 81 bis 100 Minuten pro Tag. Dieser Wert ist seit 2019 unverändert geblieben.
