In der Krise kommunizieren
In Krisensituationen ist eine stringente Kommunikation der Behörden entscheidend. Ein neues Konzept legt die Rollen und Prozesse in der Krisenkommunikation des Kantons fest. Die Regierung hat das Konzept im Jahr 2025 gutgeheissen.
Die Kommunikation ist ein elementarer Bestandteil der Krisenbewältigung. Während der Covid-19-Pandemie hat sich gezeigt, dass eine der grössten kommunikativen Herausforderungen die stringente Kommunikationsführung über alle Staatsebenen und über alle involvierten Akteure hinweg ist. Bisher fehlten im Kanton dafür die Grundlagen. Deswegen hatte der Kantonale Führungsstab (KFS) die Dienststelle Kommunikation damit beauftragt, ein Krisenkommunikationskonzept für den KFS zu erstellen.
Das neue Konzept schafft Klarheit über die Rollen und Prozesse und dient als Qualitätssicherung für das operative Kommunikationsmanagement. Ausserdem werden darin Erkenntnisse aus vergangenen Krisen berücksichtigt.
Die Dienststelle Kommunikation hat das Konzept in zwei Teile gegliedert. Der Teil «Grundlagen» dient dazu, die Rollen und Prozesse zu klären (wie arbeiten wir zusammen), während der Teil «Handbuch» in einzelnen Szenarien konkrete Handlungsanweisungen für die wahrscheinlichsten Krisensituationen enthält (was müssen wir tun).
Abgebildete Szenarien
Im Teil «Handbuch» werden die Szenarien mit der höchsten Eintretenswahrscheinlichkeit (einmal alle 1'000 Jahre) abgebildet. Es sind dies unter anderem:
- Unwetter / Sturm
- Hochwasser
- Trockenheit / Hitzewelle
- Waldbrand
- Ausfall Stromversorgung
- Ausfall Informations- und Kommunikationsinfrastruktur
- Epidemie / Pandemie
- Tierseuche
- Andrang Schutzsuchender
- Cyberangriff
Die wesentliche Veränderung zur bisherigen kommunikativen Krisenbewältigung besteht in der Schaffung einer neuen «Zentralen Kommunikationsdrehscheibe». In diesem beratenden Gremium kann die Kommunikation über alle beteiligten Ebenen hinweg abgeglichen werden. Einsitz nehmen die Kommunikations-Fachpersonen der involvierten Staatsebenen und Akteure. Die Zusammensetzung ändert sich je nach Szenario.
Um das neue Krisenkommunikationskonzept auch auf den verschiedenen Staatsebenen und bei den Akteuren zu verankern, wirkten bei der Erarbeitung betroffene Fachpersonen in einem Sounding Board mit. Dazu zählten z.B. Vertreterinnen und Vertreter der regionalen Führungsstäbe, der Gemeinden, der Kantonspolizei, der St.Gallisch-Appenzellischen Kraftwerke AG (SAK) und der Schulen.
Die Regierung hat das Konzept im Jahr 2025 gutgeheissen. Die wichtigsten Szenarien aus dem Teil «Handbuch» sind erstellt. Im Jahr 2026 folgt die Erarbeitung von weiteren Szenarien, auch in Zusammenarbeit mit den Gemeinden.
