eBaubewilligungSG (eBauSG)

Das Projekt eBaubewilligungSG (eBauSG) hat zum Ziel, das Baubewilligungsverfahren im Kanton St. Gallen und in den Gemeinden durchgehend digital und medienbruchfrei abzuwickeln. Für 2025 war ursprünglich vorgesehen, in die technische Umsetzung zu starten. Im Verlauf des Jahres zeigte sich jedoch, dass sich die Zusammenarbeit mit dem bisherigen Lieferanten nicht in die gewünschte Richtung entwickelte.

Emmanuel Marti, Leiter Koordinationsstelle Bau
Emmanuel Marti, Leiter Koordinationsstelle Bau

Die Vorstellungen zu Projektverlauf und Lösungsarchitektur drifteten auseinander, und die Risiken im Hinblick auf Zeitplan, Kosten und Qualität wurden aus Sicht der Projektleitung zunehmend höher eingeschätzt. Die Zusammenarbeit wurde deshalb im Juni 2025 beendet.

Dank des grossen Engagements des Projektteams konnten wesentliche Projektergebnisse gesichert und als Grundlage für die Fortsetzung verwendet werden. Gleichzeitig wurde das weitere Vorgehen so ausgerichtet, dass die Umsetzung mit deutlich reduziertem Projektrisiko fortgeführt werden kann.

Die «eGovernment St.Gallen digital.» nutzte submissionsrechtlich die Möglichkeit einer freihändigen Vergabe an den Anbieter, der im offenen Verfahren 2022 den zweiten Rang erzielt hatte und in den Qualitätskriterien (ausser Preis) die höchste Bewertung erreicht hatte. Im Dezember 2025 erteilte das Kooperationsgremium den Zuschlag an die Adfinis AG. Der Vertrag mit Adfinis wurde unterzeichnet. Gegen die Vergabe wurde Beschwerde eingereicht.

Das Verwaltungsgericht entzog der Beschwerde die aufschiebende Wirkung, mit der Begründung, dass die Beschwerde aufgrund fehlender Beschwerdelegitimation als aussichtslos eingestuft wurde. Damit ist der Weg für die technische Umsetzung frei, sodass am 3. Februar 2026 der Kickoff durchgeführt und mit der technischen Umsetzung gestartet werden konnte. Die Einführung ist weiterhin für Ende 2027 geplant. Zur Qualitätssicherung und zur Einbindung der Anwenderinnen und Anwender sind zwei User Acceptance Tests vorgesehen, einer während der Umsetzung (September 2026) und einer vor dem Pilotbetrieb (April 2027).

Inhaltlich wurden Anforderungen und Leistungsumfang gegenüber der ursprünglichen Ausschreibung weiter geschärft. Für Version 1 wurde der Fokus bewusst auf praxistaugliche Workflows gelegt. Technische Aspekte wie Schnittstellen und Automationen werden gezielt nachgelagert umgesetzt, damit die Applikation früher produktiv eingesetzt werden kann und die Weiterentwicklung auf realen Erfahrungen basiert. Dieses versionierte Vorgehen reduziert Projektrisiken und stärkt die Steuerbarkeit in Umsetzung und Betrieb.

Finanziell führte der Lieferantenwechsel zu einer Budgetanpassung von 5,1 auf 5,7 Mio. Franken. Die Mehrkosten sind eine direkte Folge des Wechsels und bewegen sich abhängig von der Einwohnerzahl je Gemeinde zwischen CHF 1’940.45 (Berg) und CHF 27’905.60 (Stadt St. Gallen). Im Durchschnitt betragen sie rund CHF 4’000 pro Gemeinde.