Die «kleine Aussenpolitik» des Kantons

Als international vernetzter Grenz- und Exportkanton ist für den Kanton St.Gallen die Beziehungspflege von zentraler Bedeutung. Die Regierung hat deshalb im Jahr 2025 verschiedene diplomatische Delegationen empfangen und war Gastgeberin diverser Veranstaltungen.

Grundsätzlich ist die Aussenpolitik eine Kompetenz des Bundes. Die Bundesverfassung ermächtigt allerdings die Kantone, innerhalb ihres Zuständigkeitsbereichs im Rahmen der «kleinen Aussenpolitik» selbst mit ausländischen Behörden zu verkehren. Der Besuch einer diplomatischen Vertretung kann das Interesse am Kanton St.Gallen und der Region wecken und neue Kontakte und Projekte ermöglichen.

Die Regierung empfängt deshalb regelmässig Botschafterinnen und Botschafter ausländischer Staaten zu Arbeitsgesprächen. Im Fokus stehen dabei insbesondere die Treffen mit diplomatischen Vertretungen der Nachbarstaaten sowie weiteren EU-Mitgliedstaaten und wichtigen Wirtschaftspartnern der Schweiz. Zusätzlich pflegt die Regierung Kontakte zu schweizerischen diplomatischen Vertretungen in den Nachbarstaaten.

Im Berichtsjahr hat die Regierung die Botschafterinnen und Botschafter von Belgien, Luxemburg, der Niederlande, Frankreich, Japan, Irland sowie Finnland, Schweden und Norwegen empfangen. Ebenfalls tauschte sich die Regierung mit dem Schweizer Generalkonsul in München und den baden-württembergischen Staatssekretären Florian Hassler und Patrick Rapp aus.

Der Kanton St.Gallen legt aufgrund seiner vielen Nachbarn grossen Wert auf eine aktive Vernetzung und intensive Zusammenarbeit. Mittels Netzwerkpflege werden langfristige und nachhaltige Beziehungen auf- und ausgebaut. Ziel dabei ist es, die Sichtbarkeit des Kantons zu erhöhen und ihn als international vernetzten, modernen und attraktiven Standort und Lebensraum zu präsentieren. Neben den kantonseigenen Veranstaltungen werden insbesondere bestehende hochkarätige Veranstaltungen, die im Kanton St.Gallen stattfinden, zur strategischen Netzwerkpflege der Regierung genutzt.

Der Stiftsbezirk war einer der Stationen von UNESCO-Botschafter Benedikt Wechsler auf seiner Tour durch die Schweizer Welterbestätten.
Der Stiftsbezirk war einer der Stationen von UNESCO-Botschafter Benedikt Wechsler auf seiner Tour durch die Schweizer Welterbestätten. Quelle: SK

Die Schweiz kandidierte im Jahr 2025 für einen Sitz im UNESCO-Welterbekomitee. Dies nahm der Schweizer UNESCO-Botschafter Benedikt Wechsler zum Anlass für eine Tour durch die Schweizer Welterbestätten. Dabei besuchte er auch den Stiftsbezirk in St.Gallen mit seinem Microlino.