Mit einer für den Kanton massgeschneiderten Strategie will die Regierung den Schutz kritischer Infrastrukturen stärken. Dafür arbeitet sie eng mit allen relevanten Akteuren zusammen. Die Strategie wird sie voraussichtlich im Herbst 2026 verabschieden.

Wie kann die Gesundheitsversorgung bei einer Strommangellage gewährleistet werden? Wie stellen wir sicher, dass die Bevölkerung auch bei einem Cyberangriff oder langen Trockenperiode weiter mit Trinkwasser versorgt ist? Und ganz generell: Wie gut sind die kritischen Infrastrukturen im Kanton St.Gallen vor einer wachsenden Bedrohungslage geschützt?

Verschiedene Ereignisse der letzten Jahre zeigen, dass Cyberbedrohungen, extreme Wetterphänomene und Energiekrisen zur Realität gehören und Gesellschaft und Wirtschaft vor Herausforderungen stellen. Vor diesem Hintergrund hat die St.Galler Regierung in ihrer aktuellen Schwerpunktplanung 2025-2035 den Ausbau der Krisenfestigkeit neues Fenster als eines von fünf Schwerpunktzielen definiert. Mit verschiedenen Massnahmen soll die Sicherheit der Bevölkerung in allen Lebensbereichen sowie das Funktionieren der Wirtschaft möglichst gewährleistet werden. Eine dieser Massnahmen umfasst die Erarbeitung einer kantonalen Strategie für den Schutz kritischer Infrastrukturen (SKI).

Resilienz stärken

Ziel dieser Strategie ist es, die Resilienz der kritischen Infrastrukturen im Kanton St.Gallen zu stärken. Eine Infrastruktur gilt als resilient, wenn sie widerstands- und anpassungsfähig ist und sie sich nach einem allfälligen Ereignis rasch erholt. Im Idealfall merkt die Bevölkerung nichts von einer Disruption oder die Einschränkung besteht nur für kurze Zeit. Bei der Trinkwasserversorgung beispielsweise heisst das, dass die Bevölkerung möglichst lange Frischwasser aus dem Wasserhahn beziehen kann und keine alternative Trinkwasserverteilung mit Zisternenwagen und grossen Gebinden aufgebaut werden muss.

SKI als Gemeinschaftsaufgabe

Allerdings: Ein einzelner Akteur kann sich nicht im Alleingang schützen. Vielmehr müssen alle gemeinsam für ihre Resilienz sorgen. Die Vernetzung aller relevanter Akteure bildet darum das Fundament der SKI-Strategie. An ihrer Erarbeitung wirken Fachleute aus verschiedenen Bereichen mit: Betreiber von kritischen Infrastrukturen, Führungskräfte von Unternehmen, Vertreterinnen und Vertreter von Gemeinden und Krisenstäben sowie Expertinnen und Experten aus der kantonalen Verwaltung.

Interdisziplinärer Austausch

Am 20. November 2025 haben sich rund 100 SKI-Akteure erstmals in St.Gallen ausgetauscht und ihr Wissen und ihre Erfahrung im Rahmen eines moderierten Workshops eingebracht. Diese Inputs fliessen in die Erarbeitung der kantonale SKI-Strategie ein. Mit dem Einbezug aller betroffenen Akteure in die Projektarbeiten ist gewährleistet, dass Aufgaben und Zuständigkeiten – insbesondere an den Schnittstellen – geregelt sind und die Zusammenarbeit definiert ist. Das erhöht die Resilienz der kritischen Infrastrukturen und gewährleistet im Ereignisfall ein koordiniertes Vorgehen. Die Regierung wird die kantonale SKI-Strategie voraussichtlich im Herbst 2026 verabschieden.

Am SKI-Forum im November 2025 tauschten sich rund 100 relevante Akteure aus und brachten ihr Wissen und ihre Erfahrung ein.
Am SKI-Forum im November 2025 tauschten sich rund 100 relevante Akteure aus und brachten ihr Wissen und ihre Erfahrung ein.