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Kurzberichte aus dem Volkswirtschaftsdepartement.

Betriebliches Mobilitätsmanagement

Symbolbild betriebliches Mobilitätsmanagement. Quelle: OSTWIND

Die Mobilitätsallianz Ostschweiz ist eine gemeinsame Initiative der Kantone St.Gallen, Thurgau und Appenzell Ausserrhoden, des Tarifverbunds OSTWIND sowie der Genossenschaft 42hacks. Der Kanton St.Gallen engagiert sich aktiv für die Weiterentwicklung der Allianz und bringt seine Kompetenzen in den Bereichen ÖV-Planung, Raumplanung, Verkehrspolitik, Wirtschaftsförderung und Netzwerkarbeit ein. Ziel ist es, gemeinsam mit den Unternehmen der Region nachhaltige betriebliche Mobilitätslösungen einzuführen und das Strassennetz zu entlasten. Im Zentrum stehen datenbasierte, flexible Konzepte, die Alternativen zum Auto schaffen und gleichzeitig betriebliche Vorteile wie CO2-Reduktion, Flächeneinsparungen und Standortattraktivität ermöglichen. Gemeinsam mit der Bühler AG in Uzwil, der SFS Group in Heerbrugg, der VAT in Haag sowie der thyssenkrupp Presta AG in Eschen (FL) hat die Mobilitätsallianz bereits substanzielle Reduktionen des motorisierten Individualverkehrs erreicht. Aktuell laufen Gespräche mit über 20 weiteren Firmen. Später sollen die Konzepte schrittweise auf KMU ausgeweitet werden.

Elektrifizierung Busflotte

Auf der Strecke Buchs–Wildhaus werden neu Elektrobusse eingesetzt. Quelle: intern (AöV)
Auf der Strecke Buchs–Wildhaus werden neu Elektrobusse eingesetzt. Quelle: intern (AöV)

Umwelt- und Klimaschutz sind zentrale Anliegen der schweizerischen Bevölkerung und der Politik. Bis im Jahr 2050 soll der öffentliche Verkehr nochmals um 30 Prozent energieeffizienter werden und die CO2-Emissionen sollen ganz wegfallen. Ein Elektrobus spart CO2 ein, ist lokal emissionsfrei und sehr leise. Davon profitieren Fahrgäste und Anwohnende.

Die Transportunternehmen stellen nach und nach auf fossilfreie Fahrzeuge um. Lange Lieferfristen oder verzögerte Auslieferung der Busse sind Herausforderungen. Nebst der Beschaffung der Fahrzeuge gilt es auch, Ladeinfrastrukturen zu bauen und die internen Prozesse für Betrieb und Unterhalt umzustellen. Die Transportunternehmen gestalten die Mobilität zunehmend klimafreundlich und im Jahr 2026 sollen im Kanton St.Gallen über 50 weitere Elektrobusse eingesetzt werden.

Automatisiertes Fahren in der Ostschweiz

Quelle: PostAuto
Quelle: PostAuto

Im November 2024 beschlossen die Ostschweizer Kantone St.Gallen, Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden und Thurgau als gemeinsames Ziel eine engere strategische Zusammenarbeit und einigten sich auf acht Kooperationsthemen. Eines davon ist das automatisierte Fahren.

Ein erstes Pilotprojekt wurde von PostAuto unter dem Namen «AmiGo» lanciert. AmiGo ist ein innovatives Mobilitätsangebot, das mit elektrischen, automatisierten Fahrzeugen betrieben wird. Ab 2027 können Fahrgäste in einem definierten Gebiet in der Ostschweiz per App ein automatisiertes Fahrzeug bestellen, das sie flexibel und komfortabel an ihr Ziel bringt.

AmiGo soll den bestehenden Linienverkehr sinnvoll und nachhaltig ergänzen – für mehr Flexibilität, Komfort und digitale Mobilität.

Ausbreitung des Fischotters im Kanton St.Gallen

Ein Fischotter in der Fotofalle am Binnenkanal. Quelle: intern (ANJF)
Ein Fischotter in der Fotofalle am Binnenkanal. Quelle: intern (ANJF)

Während immer mehr Arten und Lebensräume verschwinden und die Roten Listen länger werden, kehren andere Arten heimlich zurück und breiten sich rasch aus. Ein Beispiel dafür ist der Fischotter. Er starb in der Schweiz vor Jahrzehnten aus und gehört seit dem Jahr 2009 wieder zur heimischen Fauna. 2021 gelang nach 49 Jahren Pause der erste Fischotternachweis beim Werdenberger Binnenkanal. Seither häuften sich die Nachweise im St.Galler Rheintal. Im Jahr 2025 wurden von dort zwei überfahrene Fischotter gemeldet. Mittlerweile gelangen Fischotter-Nachweise vom Bodensee bis ins Sarganserland. Erstmals entdeckten im Dezember 2025 speziell ausgebildete Artenspürhunde zahlreiche Kotproben an der Linth bei Benken. Damit wurde der Nachweis erbracht, dass der Fischotter mittlerweile auch im Linthgebiet heimisch ist. Die Ausbreitung schreitet voran, meist unentdeckt. Offenbar bieten die Gewässer noch genügend Nahrung für diesen Fischfresser. Das Amt für Natur, Jagd und Fischerei führt das Monitoring weiter, um die Rückkehr dieser bedrohten Art zu verfolgen. Aus Sicht der Biodiversität ist die Rückkehr des Fischotters eine erfreuliche Entwicklung.

Weniger Wolfsrisse im Kanton St.Gallen

Einer der vier Jungwölfe des Schiltrudels im Sommer im Weisstannental. Quelle: intern (ANJF)
Einer der vier Jungwölfe des Schiltrudels im Sommer im Weisstannental. Quelle: intern (ANJF)

Analog der Entwicklung in der ganzen Schweiz haben die Nutztierrisse im Jahr 2025 auch im Kanton St.Gallen deutlich abgenommen. Während im Vorjahr noch über 100 Risse zu verzeichnen waren, lag die Zahl im Jahr 2025 mit 28 Schafrissen deutlich tiefer. Man führt diese Entwicklung auf einen intensivierten Herdenschutz zurück, in Kombination mit den Abschüssen. Das Bestandeswachstum der Wölfe konnte damit national gebremst werden. Im Kanton St.Gallen lebten im Jahr 2025 drei Wolfsrudel, wobei nur im Calanda-2-Rudel und im Schiltrudel mit je vier Welpen eine erfolgreiche Reproduktion nachgewiesen werden konnte. Das Gamserrugg-Rudel blieb vermutlich ohne Nachwuchs. Mit dem Abschuss von zwei Jungwölfen im Schiltrudel im September 2025 hat der Kanton St.Gallen die gesetzlich vorgesehenen Regulationsmöglichkeiten genutzt, ohne den Wolfsbestand zu gefährden.

Anstieg der Arbeitslosigkeit setzte sich 2025 fort

Die Zahl der Stellensuchenden betrug 2025 im Mittel 10'828 – ein Anstieg von 14 Prozent gegenüber dem Jahr 2024. Dies widerspiegelt die aktuelle Unsicherheit rund um die wirtschaftliche Entwicklung.
Die Zahl der Stellensuchenden betrug 2025 im Mittel 10'828 – ein Anstieg von 14 Prozent gegenüber dem Jahr 2024. Dies widerspiegelt die aktuelle Unsicherheit rund um die wirtschaftliche Entwicklung.

Per Ende 2025 waren im Kanton St.Gallen 11'761 Personen als Stellensuchende bei einem der sechs regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) gemeldet. Dies entspricht einer Zunahme von 1'247 Personen bzw. 11,9 Prozent innert Jahresfrist.
Mit Blick auf das Gesamtjahr betraf der Anstieg Stellensuchende aus der Industrie mit 9,1 Prozent weniger stark als Personen aus dem Dienstleistungssektor mit 13,9 Prozent. Schweizweit verlief die Entwicklung ähnlich (Zunahme um 10,8 Prozent).
Im Jahresmittel 2025 zählten die St.Galler RAV 10'828 Stellensuchende. 2024 waren es noch mehr als 1'300 (13,9 Prozent) weniger gewesen. Schweizweit lag der Anstieg mit 16 Prozent höher. Diese Tatsache wird vermutlich durch den relativ hohen Industrieanteil im Kanton St.Gallen bestimmt.