Die IT-Bildungsoffensive wird verankert

Die IT-Bildungsoffensive (ITBO) steuert auf den Programmabschluss zu. Die Weiterführung der modularen Weiterbildungsplattform «aprendo» ist bereits gesichert. Gleichzeitig wurden im Jahr 2025 weitere Innovationen angestossen.

Wie geht es mit dem grössten Teilprojekt der ITBO nach Abschluss des Programms weiter? Diese Frage ist geklärt: Die durch die ITBO geschaffene Lehrpersonen-Weiterbildungsplattform «aprendo» wird künftig im privatwirtschaftlichen Umfeld betrieben.

Ein Ziel der ITBO ist es, Lehrpersonen aller Stufen zu befähigen, die Chancen der Digitalisierung im Unterricht zu nutzen und die Schülerinnen und Schüler auf eine zunehmend digitale Lebenswelt vorzubereiten. Im Auftrag der Regierung hat die Pädagogische Hochschule St.Gallen (PHSG) seit 2019 die Weiterbildungsplattform «aprendo – digitale Kompetenz» aufgebaut, technisch betreut und erfolgreich in Volksschule, Mittelschulen und Berufsbildung eingeführt. Über 7’500 Lehrpersonen haben in mehr als 130’000 Weiterbildungsstunden ihre digitalen Kompetenzen mit «aprendo» ausgebaut. Die Investitionen in diese Plattform haben sich somit ausbezahlt.

Im Frühjahr 2027 läuft das Programm ITBO und damit die Finanzierung der Weiterbildungsplattform «aprendo» aus dem Sonderkredit aus. Der Kantonsrat hat die Regierung deshalb im Jahr 2023 beauftragt, die Besitzverhältnisse von «aprendo» zu klären sowie die Möglichkeit einer Verselbständigung zu prüfen. Die dafür eingesetzte Arbeitsgruppe ist zum Ergebnis gekommen, dass das Bestehen von «aprendo» langfristig auf dem freien Markt am besten gesichert werden kann.

Zur nachhaltigen Weiterentwicklung wird die Plattform daher nun in ein privatwirtschaftliches Umfeld überführt. Zu diesem Zweck wurde durch bisherige Projektmitarbeitende der PHSG die aprendo AG mit Sitz in St.Gallen gegründet. Die Regierung und die künftigen Betreiber werden voraussichtlich im Januar 2026 einen rechtsverbindlichen Abtretungsvertrag unterzeichnen und eine Erfolgsbeteiligung für den Kanton vereinbaren. Die aprendo AG wird die Plattform künftig weiterentwickeln, operativ betreiben und auf dem freien Markt etablieren. Für den Kanton St.Gallen entstehen keine weiteren Investitionen, auch im Falle eines wirtschaftlichen Misserfolgs trägt er kein Risiko.

Neue und abgeschlossene Projekte

Das Projekt «EduAI» des Bildungslabs Smartfeld neues Fenster will Lehrpersonen der Stufen Sek I und Sek II im Umgang mit KI schulen. Es beinhaltet zwei Komponenten: Ein «AI Explorer Lab», bei dem Lehrpersonen in die Entwicklung neuer Tools und Lehrformen einbezogen werden, sowie die «AI Education Academy», in der Ergebnisse und Erfahrungen in Form von Weiterbildungen und eines Netzwerks in die Breite getragen werden. Das Projekt soll in St.Gallen seinen Hauptstandort haben und zugleich mit finanzieller Unterstützung weiterer Partner und Stiftungen schweizweit verbreitet werden.

Der Lehrgang BM2flex neues Fenster ermöglicht Berufsleuten, die Berufsmaturität flexibel und zielgerichtet zu erlangen. Dank einer Kombination aus Präsenzunterricht und orts- sowie zeitunabhängigem Lernen lässt sich die Ausbildung mit Beruf, Familie oder Sport verbinden. Das durch die ITBO neu geschaffene Angebot hat sich seit seinem Start im Schuljahr 2023/2024 etabliert und wird neu um die Fachausrichtungen Sport, Kunst und Wirtschaft erweitert.

Der Verein IT St.Gallen (ITrockt!) hat im Rahmen der ITBO eine Vernetzungsplattform für Praktikumsplätze im ICT-Bereich aufgebaut. Sie heisst «matchd» neues Fenster. Die Plattform ist seit dem 1. Juni 2021 aktiv. Seither ist rund um die Plattform ein Ökosystem innerhalb des St.Galler ICT-Clusters entstanden, in dem an Vernetzungsanlässen auch «Offline»-Kontaktvermittlungen erfolgen. Weil das Projekt damit alle Ziele erfüllt hat, wurde es 2025 formell abgeschlossen und in das Portfolio von ITrockt! integriert. Der Verein betreibt «matchd» auf eigene Kosten und Risiken weiter.

Mit der IT-Bildungsoffensive (ITBO) neues Fenster investiert der Kanton St.Gallen bis zum Jahr 2027 insgesamt 75 Millionen Franken in die Bildungsinnovation im Kontext der digitalen Transformation. Dabei werden alle Bildungsstufen berücksichtigt. Sechs Lead-Organisationen arbeiten seit dem Start im Jahr 2019 in fünf Schwerpunkten an Projekten. Ziel ist, dass die St.Galler Bevölkerung und Wirtschaft zu den Gewinnern im Umgang mit der Digitalisierung gehören. Die ITBO soll nicht nur einen Anschub zur Digitalisierung leisten, sondern auch über die Programmlaufzeit hinaus Wirkung erzielen und einen nachhaltigen Nutzen für Bevölkerung und Wirtschaft bringen. Deshalb rücken in der zweiten Hälfte der Laufzeit der ITBO zunehmend die Steuerung des Abschlusses und die Vorbereitungen der Folgewirkungen auf das Jahr 2027 in den Fokus.