Hitzeaktionsplan gemeinsam lanciert

Im St.Galler Hitzeaktionsplan setzen sich der Kanton und zahlreiche Partner für den Schutz der Bevölkerung vor Hitze ein. Gemeinsam sensibilisieren sie, informieren gezielt und fördern langfristige Anpassungen.

Der Klimawandel führt im Kanton St.Gallen zu mehr Hitzetagen und Tropennächten. Hohe Temperaturen belasten den Körper, verschärfen Erkrankungen und beeinträchtigen das Wohlbefinden. Besonders gefährdet sind Kleinkinder, Schwangere, Personen mit chronischen Erkrankungen und ältere Menschen.

Der Sommer 2003 zeigte die Risiken deutlich. In der Schweiz wurden damals 975 hitzebedingte Todesfälle und eine Übersterblichkeit von 6,9 Prozent verzeichnet. Europaweit starben über 70’000 Menschen an den Folgen der Hitze.

Die «Klima-Risikoanalyse für die Schweiz neues Fenster» von 2025 bestätigt diese Entwicklungen: Hitzebelastung stellt heute und in Zukunft das grösste klimabedingte Gesundheitsrisiko dar.

Neue nationale Szenarien unterstreichen die Dringlichkeit

Die Schweizer Klimaszenarien 2025 prognostizieren eine global überdurchschnittliche Erwärmung der Schweiz. Erwartet werden deutlich mehr Tropennächte, häufigere und intensivere Hitzeereignisse, längere Trockenperioden und vermehrte Starkniederschläge. Besonders betroffen sind urbane und tiefer gelegene Regionen. Aber zunehmend trifft es auch Regionen in den Alpen und Voralpen.

Diese Szenarien unterstreichen die Notwendigkeit eines wirkungsvollen Hitzeschutzes. Der kantonale Hitzeaktionsplan trägt dazu bei, die Resilienz und Anpassungsfähigkeit der Bevölkerung gegenüber der zunehmenden Hitzebelastung zu stärken.

Die Schweizer Klimaszenarien 2025

Der Hitzeaktionsplan basiert auf einer breiten Zusammenarbeit. Dieser ist Teil der kantonalen Strategie zur Anpassung an den Klimawandel neues Fenster. Das Amt für Gesundheitsvorsorge koordiniert das Projekt. Beteiligt sind sechs Departemente der kantonalen Verwaltung sowie zahlreiche Partner aus dem Gesundheits-, Sozial- und Gemeindebereich. Gemeinsam bündeln sie Wissen, Ressourcen und Wirkung.

Am Projekt beteiligt sind die Ärztegesellschaft des Kantons St.Gallen, der Apothekerverband St.Gallen/Appenzell, der Verband St.Galler Gemeindepräsidien, das Ostschweizer Kinderspital, der Verein Ostschweizer Kinderärzte, die Ostschweizer Sektion des Hebammenverbandes, der Ostschweizer Verein für das Kind, die Mütter- und Väterberatung Ost, die IG Sport, die Pro Senectute, die Spitex SG/AR/AI, Curaviva St.Gallen, die Krebsliga Ostschweiz sowie die Stadt St.Gallen.

Der Schwerpunkt liegt auf Prävention – einerseits durch Sensibilisierung, Information und Unterstützung, andererseits durch die Förderung struktureller Anpassungen im öffentlichen Raum. Zentral ist, dass ein Austausch stattfindet, die Massnahmen aufeinander abgestimmt sind und Synergien gezielt genutzt werden.

Vorbereitung auf ausserordentliche Situationen

In Zukunft könnten Hitzewellen so intensiv ausfallen, dass eine ausserordentliche Lage eintreten kann. Der Kanton bereitet sich auf solche Ereignisse vor, um auch dann handlungsfähig zu bleiben und die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten.

Kernstück des Hitzeaktionsplans ist die Plattform www.hitzeplan-sg.ch neues Fenster mit Informationen und Handlungsempfehlungen. Sie richtet sich an die Bevölkerung und an Fachpersonen sowie politische Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger.

Bereits erarbeitet wurden Unterlagen zum Schutz von Babys, Kindern und Jugendlichen. Dazu zählen eine Broschüre für Eltern und Bezugspersonen von Kleinkindern oder Empfehlungen und Checklisten für Schulen. Die Informationen sowie Unterlagen mit Empfehlungen für die Zielgruppen werden erweitert und aktualisiert.

Nebst Sensibilisierung und Zusammenarbeit setzt der Hitzeaktionsplan auf nachhaltige Massnahmen wie Begrünung, Beschattung, Entsiegelung oder das Schwammstadt-Prinzip neues Fenster. Diese Massnahmen tragen dazu bei, die Hitzebelastung im Alltag langfristig zu reduzieren. Fachpersonen, Gemeinden und politische Entscheidungstragende finden auf der Plattform praktische Hinweise zur Planung und Umsetzung von strukturellen Anpassungen.