Umwelt vor Chemikalien schützen
Das Bau- und Umweltdepartement hat 2025 mit der Umsetzung erster Massnahmen aus dem Projekt «Umweltchemikalien in Gewässern» begonnen. Es werden ein digitales Nachschlagewerk und ein Kommunikationskonzept erarbeitet.
Die Gewässer im Kanton St.Gallen sind mit Umweltchemikalien wie PFAS belastet. Deshalb startete die Regierung 2022 das Projekt «Umweltchemikalien in Gewässern» neues Fenster. Ende 2024 wurde der Bericht zum Projekt publiziert. Die Regierung und der Kantonsrat haben diesen Bericht genehmigt.
Im Bericht schlägt die Regierung 13 Massnahmen vor, die verhindern sollen, dass Umweltchemikalien aus Industrie- und Gewerbebetrieben in Bäche, Flüsse oder Seen gelangen. Die Umsetzung erfolgt durch die verantwortlichen kantonalen Fachstellen verschiedener Departemente, der Kantonspolizei und der Staatsanwaltschaft.
Das Bau- und Umweltdepartement hat im Frühling 2025 mit der Umsetzung zweier Massnahmen begonnen. Zurzeit wird ein digitales Nachschlagewerk erarbeitet. Das Nachschlagewerk bündelt Fachwissen zur Herkunft und zum Umgang mit problematischen Umweltchemikalien aus verschiedenen Branchen und Prozessen, die bei unsachgerechter Handhabung in Gewässer gelangen und dort Schäden verursachen können.
Der Kanton St.Gallen ist der erste Kanton, der ein solches Nachschlagewerk erarbeitet. Er erhofft sich, dass sich andere Kantone und das Bundesamt für Umwelt BAFU inhaltlich und finanziell an der Umsetzung beteiligen.
Weiter erarbeitet das Bau- und Umweltdepartement ein Kommunikationskonzept. Dieses soll die Leitlinien für eine strategische und abgestimmte Kommunikation sowie für die Medienarbeit zum Thema Umweltchemikalien und Gewässerschutz festlegen. Ziel ist, die Industriebetriebe und die Öffentlichkeit wirksam und proaktiv über das Thema zu informieren.
Die Umsetzung der weiteren Massnahmen wie die Planung von Veranstaltungen für Umweltbeauftragte oder die Weiterbildung der Staatsanwaltschaft im Bereich Gewässerschutz erfolgt in den nächsten Jahren. Drei Massnahmen, die zusätzliche Stellen im Bau- und Umweltdepartement fordern, wurden aufgrund des Sparauftrags des Kantonsrats zurückgestellt. Die Regierung wird die Schaffung dieser Stellen spätestens im Jahr 2030 erneut prüfen.
